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Der falsche Villari stellt in etwa folgenden Gegensatz auf: die Dinge
erscheinen mir "unwandelbar, notwendig und vertraut ... mit der Zeit",
wenn ich wach bin, wie im gewöhnlichen Leben, wenn ich meinen Geschäften
nachgehe, im Alltag etc., nicht aber im Traum. Der Mann will sich in seinem
Warten - das ja kein gewöhnliches Leben, kein Geschäft, kein
Alltag ist - einrichten: "Folgsam mühte er sich, an den Dingen Gefallen
zu finden." Die anstehende Wartezeit ist dem Mann ein Ausnahmezustand,
in dieser Form ein Novum in seiner Vita, denn es bedarf der Mühe,
mit den alltäglichen Dingen umzugehen und sie zu mögen. Der Mann
will sie sich aneignen, der falsche Villari will aus seinem Ausnahmezustand
Alltag machen - das Warten geschieht ja genauso wie der Alltag "mit der
Zeit" -, ein Alltag, der aber - wenn auch unbestimmt - terminiert wird
durch ein erwartetes Ereignis. Er selbst will dabei jedoch - er bezieht
schließlich ein Versteck! - seiner Umwelt alles andere als notwendig
erscheinen, er will von seiner Umwelt "beliebig und zufällig und durcheinander"
eingeordnet werden, wie Jemand, den man "in Träumen sieht" will er
erscheinen: er will eingerichtet nicht als ein Wartender in seinem Versteck
erkannt werden, er unterstellt sich dem Imperativ (der praktischen Variante
von Kants kategorischer): "Ich bin verpflichtet, so zu handeln, daß
alle mich vergessen." Der falsche Villari will sich der Rezeption seiner
Umwelt in dem Modus aussetzen, den er für seine Rezeption der Umwelt
als inadäquat ausschließt.
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