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I
In seiner Erzählung "Die Wartezeit" beschreibt Jorge Luis Borges
einen Mann, der sich vor seinem Todfeind versteckt und in seinem Versteck
darauf wartet, den Namen seines Todfeindes unter den Todesanzeigen der
Zeitung zu finden. Der Mann versteckt sich unter dem ihm nicht zustehenden
Namen Villari, das ist der Name seines Todfeindes. Der Erzähler schließt
drei Motive für die Wahl gerade dieses Namens aus:
- heimlicher Trotz,
- die Abmilderung einer Demütigung, und
- die Schlauheit, den Namen des Feindes anzunehmen;
als das wahre Motiv nennt er:
- "weil dieser Name ihn quälte, weil es ihm unmöglich war, an einen anderen zu denken."
Wenn der Mann den Namen seines Todfeindes annimmt, ist es ihm demnach also
möglich, sich (zumindest: mit) zu denken.
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