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Körperliche Reaktion ineins darstellend und aufführend, stimmt der Aktionismus überein mit einer Denkform, die, obwohl sie in der Philosophie anwesend ist - als ein Kasus, als "verrückter Sokrates" (so nannte man Diogenes) -, keine Fortsetzung gefunden hat. Genau dadurch, daß es die Seins-, Lebens-, Erlebens- und Erlebenverarbeitungsweisen des Künstlers sind, die dessen Leben zu einem Kunstwerk machen, indem es zur pausenlosen, alle erreichbaren Erfahrungen einschließenden und seine individuelle Reaktion hervorbringenden Aktion wird, nähert sich der Aktionismus der philosophischen Reflexion. Den Philosophen gibt es immer in der Kultur als denjenigen, der gleichzeitig die Reflexion über das Dasein anstellt; er ist immer in der Kultur da und reflektiert gleichzeitig übers Dasein. - Obwohl der Aktionismus der Kyniker zur Geschichte der Philosophie gehört, wird seine gegenwärtige Form in die Liste der philosophischen Schulen und Stile nicht eingetragen. Obgleich der Aktionismus ein Erzeugnis der westlichen Zivilisation ist - einer Zivilisation, die sich seit zwei Jahrtausenden mit der christlichen, zu einem lebendigen Gebilde gewordenen asketischen Kultur beschwert -, ist der Aktionismus das Zurückwenden der Kunst zu ihren Quellen, nämlich zur dionysischen, zur mit den elementaren Kräften der Erde verbundenen Tradition. Die Verschmelzung mit der vergessenen Form der Philosophie - die sich aktiv im Leben der Polis mitteilte, verkörpert etwa durch Diogenes und Sokrates -, führt zur Wiederkehr der entsprechenden Reflexion, zur topologischen Reflexion, die sich, in ihrer Bewegung vom visuellen Bild weg und hin zur interaktiven Wirkung, auf ein 'positives' Verhalten gegenüber / mit, auf eine neue Innigkeit stützt.